1988
Heidi Bruggmann

 

Ein Fest in herzlicher Atmosphäre ist am 10. September 1988 in Zumikon die Verleihung des Goldenen Violinschlüssels an Heidi Bruggmann geworden. Die Laudatio hielt der Zürcher Regierungsrat Dr. Peter Wiederkehr

 

Die Musikalische Ausbildung von Heidi Bruggmann begann schon vor den acht Schuljahren, die sie in St. Gallen absolvierte. Denn Vater Alfons Bruggmann ( Kapellmeister und Musikalienhändler ) lehrte seine Tochter die Tonleiter vor dem ABC.

 

Im Primarschulalter nahm sie Ballettuntericht. Ihr Talent für Rhythmik und Musik brachte ihr Hauptrollen ein in Kinderballett-Aufführungen am Stadttheater, St. Gallen. Ihr Vater setzte dieser Karriere in der 4. Schul-
klasse
ein Ende. Er wollte lieber eine Musikerin als eine Tänzerin. Die Handorgelstunden in der Musikschule wurden jedoch abgesetzt.Grund: Die Schülerin spielte ausschliesslich nach Gehör und nichtvnach Noten. Ihre gestrengen Lehrer wurden deshalb der Vater und der Bruder Föns, beide bekannt als vvirtuose Stegreifspieler.

 

Musikerlaufbahn:
1945: Erster öffentlicher Auftritt ( 9 jährig ) am Akkordeon, mit Vater und Schwester Sonya.v1937: Erste Walzer-Komposition ( 11 jährig ).
1951: Verlust ihres Vaters. Bestätigung als Musikerin ( Alleinspielerin oder mit der Familienkapelle )vwährend des letzten Schuljahres, um das Brot für die Familie mitzuverdienen. 1955: Wohnsitznahme in Zürich. Gründung der eigenen Musikkapelle. Engagements in der ganzen Schweiz 1956: Drei Goldkränze für Solospiel, im Duo und für Gesamtkapelle. Dankestafel für ehrenamtliches Musizieren im Kinderspital, Stadtspital und Balgrist. 1967: Erste Langspielplatte ( mit Hans Frey am Flügel ). 1972: Wechsel von Berufs- zur Amateurmusik aus Gesundheitsgründen ( passives Rauchen in Konzertlokalen ). Dank vermehrter Freizeit Beginn des intensiveren Tonschaffens.
1978: Bei Radio DRS im Volksmusik-Journal und im FERA-Studio, später weitere Radiosendungen. 1980: Gast im Fernsehen DRS in "Bodeständigi Chost", später in "Öisi Musig", "Sonntags-Magazin", "Fridolin hat Geburtstag" und Mitwirkung in "Gala für Stadt und Land".
1981: Jubiläum "25 Jahre Kapelle Heidi Bruggmann" LP/MC "Mir gfallt's" mit 14 Eigenkompositionen. Öffnung des Fonds zur Förderung der Volksmusik bei Jugendlichen, u.a. zum Zwecke der Vergabung
von Musikinstrumenten an talentierte Kinder aus Bergbauernfamilien mit kleinem Einkommen. 1983: Erstauführung der erfolgreichen Ländler-Messe Paxmontana ( 9-teilig ) komponiert zu Anlass des Pfarrjubiläums von Leo Gemperli, Autor der von Heidi Bruggmann vertonten Liedertexte.
1984: Rückkehr zur Berufsmusik. Rico Peter ( Musikfahnder ) erzählt im Buch "Die Botschafter der eigenen Art" ( SMR-Verlag, Bern ) die von ihm recherchierten Geschichten von Schweizer Musiker-Dynastien, darunter auch jene von Heidi Bruggmanns Vorfahren. 1985: Heidi Bruggmann vertritt im Buch "Schweizer Komponistinnen der Gegenwart"
( Verlag Musik- Hug ) die Sparte Volksmusik. 1987: Im "Lexikon der Schweizer Volksmusikanten" von Ernst Roth ( AT-Verlag ) erhielten neben 276 Musikern nur zwei Frauen ein eigenes Kapitel; Heidi Bruggmann und Nelly Leuzinger.

 

Schwerpunkte des Musikschaffens:
Heidi Bruggmann machte 20 Jahre lang Berufsmusik in der ganzen Schweiz. Im Winter und im Sommer spielte sie während 17 Jahren im Hotel Tannenboden ( Flumserberge ), das zum Anziehungspunkt für Volksmusiker, aber auch von Clubs und Vereinen wurde. Bei der SUISA sind über 300 Titel registriert. Sie beinhalten Walzer, Polka,
Schottisch, Ländler, Fox, Slow-Fox, Märsche, Musette- und English-Valse,
Schnellpolkas, Mazurkas, Tango und Lieder. Interpreten-Zielgruppe:
-Ländler-Formationen
-Klavier für 2 und 4 Hände
-Blasmusik-Formationen für Auftragsmärsche
-Kirchenmusik für die Gottesdienstgestaltung
-Männer-, Gemischte und Frauenchöre
 
Ländler-Messe Paxmontana:
Bei mehr als 500 Aufführungen in katholischen, reformierten, christkatholischen und ökumenischen Gottesdiensten hat Heidi Bruggmann bewiesen, dass sich auch Volksmusik für den Sakralraum eignen kann.